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Ahnenpfahlfest beim Volk der Asmat

Indonesia

Das Ahnenpfahlfest, auch (m)bis pokumbu und emak cem pokmu, ist ein ethnisch religiöses, zyklisch gefeiertes Ritual der Asmat, eines Volkes, das im Süden der Insel Neuguinea in der indonesischen Provinz Papua Selatan lebt.

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Quick guide to Ahnenpfahlfest beim Volk der Asmat

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Das Ahnenpfahlfest, auch (m)bis pokumbu und emak cem pokmu, ist ein ethnisch religiöses, zyklisch gefeiertes Ritual der Asmat, eines Volkes, das im Süden der Insel Neuguinea in der indonesischen Provinz Papua Selatan lebt.

01 · What it is
Living Tradition

Documented cultural tradition on record; family classification awaits an editor.

02 · Where & name
Indonesia

Placed on record in Indonesia.

03 · How it is doing
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04 · Proof & reuse
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Chapter Takeaways
GeschichteDas Ahnenpfahlfest, auch mbis-Fest genannt, gründet auf dem Bewusstsein der Asmat, dass die Harmonie im Dorf ernsthaft gestört würde, wenn die Dorfbevölkerung ihren Verpflichtungen zu kultischen Handlungen nicht…
Neuere Geschichte des AhnenpfahlfestesMit der Angliederung Westneuguineas an Indonesien im Jahr 1962 erfuhren sämtliche rituellen Feste der Asmat eine temporäre Zäsur, da die indonesischen Verwaltungsbehörden unterstellten, es handle sich um Riten, die…
Der MythosDas bis-Fest gründet wie alle großen Kultfeste auf überlieferten Mythen.
Der AhnenpfahlDie Ahnenpfähle gehören zu den charakteristischsten und zugleich monumentalsten Schnitzwerken der Asmat.
Common Questions Answered on Record
What is Ahnenpfahlfest beim Volk der Asmat in plain words?

Das Ahnenpfahlfest, auch (m)bis pokumbu und emak cem pokmu, ist ein ethnisch religiöses, zyklisch gefeiertes Ritual der Asmat, eines Volkes, das im Süden der Insel Neuguinea in der indonesischen Provinz Papua Selatan lebt.

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The tradition & historical record

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Das Ahnenpfahlfest, auch (m)bis pokumbu und emak cem pokmu, ist ein ethnisch religiöses, zyklisch gefeiertes Ritual der Asmat, eines Volkes, das im Süden der Insel Neuguinea in der indonesischen Provinz Papua Selatan lebt. Die mbis-Ahnenpfähle, Seelenpfähle, zeichnen sich durch kraftvolle figürliche Darstellung aus. Sie dienen, in der lebendigen Vergegenwärtigung der Toten, als Mahnmal der Rache, und sie hatten in der Vergangenheit jeweils eine Kopfjagd-Fehde zur Folge. 1

Geschichte

Das Ahnenpfahlfest, auch mbis-Fest genannt, gründet auf dem Bewusstsein der Asmat, dass die Harmonie im Dorf ernsthaft gestört würde, wenn die Dorfbevölkerung ihren Verpflichtungen zu kultischen Handlungen nicht nachkäme. Traditionell ist dieses Fest eng verknüpft mit einem Kopfjagdzug. Diese finden heute wohl nicht mehr statt. Heute wird eher das Anliegen verfolgt, dörfliche Streitigkeiten zu beseitigen und Krankheiten zu vertreiben. Außerdem dient der Ahnenpfahl der Spende von Gemeinsamkeit, Energie und Lebensfreude. Eine besondere Tradition liegt darin, die Verstorbenen in gutem Andenken zu behalten. Dies ist durchaus reziprok gedacht, denn gleichzeitig erhofft man sich, dass eine dankvolle Bindung zu den Menschen wachgehalten wird (do ut des). Der Ahnenpfahl symbolisiert Ehrerbietung und Hilferuf zugleich. Ähnlich dem Maskenfest der Asmat ziehen sich die Festvorbereitungen hierzu über mehrere Monate hin. Sie bestehen aus einer Vielzahl von Zeremonien, die vornehmlich dem Ziel dienen, die durch Verfehlungen (bis weit ins 20. Jahrhundert auch Kopfjagd) in eine „Zwischenwelt“ (ainamipits) verbannten Verstorbenen zu befreien, damit sie ins Reich der Ahnen (safan) eingehen können. Die fehlende Gelegenheit, nach Kopfjagdzügen die Namen der Opfer anlässlich des firauwi-Festes laut auszurufen, wurde als tadelnswert betrachtet. Ebenso war es tadelnswert, wenn ein Krieger selbst Opfer eines Kopfjagdzuges wurde beziehungsweise der schwarzen Magie verfiel. Da zwischen den lebenden Menschen und den jüngst Verstorbenen lediglich eine graduelle Distanz besteht, ist es den Menschen möglich, eine rege Kommunikation zwischen den Welten (diesseitige Welt und Zwischenwelt) zu führen. 1

Neuere Geschichte des Ahnenpfahlfestes

Mit der Angliederung Westneuguineas an Indonesien im Jahr 1962 erfuhren sämtliche rituellen Feste der Asmat eine temporäre Zäsur, da die indonesischen Verwaltungsbehörden unterstellten, es handle sich um Riten, die Kopfgeld und Kannibalismus sowie Promiskuität förderten. Das vormalige Protektorat der Vereinten Nationen ließ die Asmat in ihrem Ahnenkult noch gewähren. Die Ablösung der Zuständigkeiten veranlasste die indonesische Obrigkeit, die Zeremonialbauten der Asmat zu zerstören und absolute Verbote für rituelle Feste jedweder Art zu verhängen. Anfang der 1980er Jahre erfuhr die Region einen touristischen Aufschwung, sodass ein Umdenken einsetzte. Zunächst zögerlich erteilte man Ausnahmegenehmigungen und lockerte die Restriktionen. Mit den Jahren wurden auch ungenehmigte Veranstaltungen geduldet. Bürokratische Ungeschicklichkeiten der indonesischen Verwaltung führten allerdings fortwährend zu Vernichtung und Wiederaufbau und Wiedervernichtung der Kultstätten, was zu Verunsicherung und Verstörung bei den Einheimischen führte. Das Selbstverständnis der rituellen Handlungen wurde weder erkannt noch ernsthaft kulturell geschützt. Die Basis der Beziehungen zu den Obrigkeiten beruht auf einer insoweit recht labilen Beziehung. Dennoch hat das Fest heute wieder eine Belebung erfahren. 1

Der Mythos

Das bis-Fest gründet wie alle großen Kultfeste auf überlieferten Mythen. Einer davon ist der religiöse Mythos von der jungen, anmutigen und schönen Bis. Diese fand nach langen ehelichen Irrwegen mit dem Jäger Daru ihren wahren Liebsten Pupuripits, der sie aufgrund ihrer Schönheit und zu Ehren seiner kürzlich verstorbenen Angehörigen als Modell zum Vorbild nahm und eine Bildsäule schnitzte. Bis starb daraufhin, weil ihre Seele in den nach ihrem Bildnis gestalteten Ahnenpfahl einging und dort blieb. Diesen Mythos gibt es in abgewandelten Versionen und mit ausgetauschten Beteiligten um eine zweifelbehaftetere Bis. Anfang und Ende allerdings gleichen sich. Der Befreiung folgt letztlich ein Fest mit einem imposanten Schnitzwerk, dem mbis-Pfahl. 1

Der Ahnenpfahl

Die Ahnenpfähle gehören zu den charakteristischsten und zugleich monumentalsten Schnitzwerken der Asmat. Insbesondere hervorzuheben sind die Bismam-, Becembub- und Simai-Kulturgruppen, die als die bedeutendsten bis-Schnitzer gelten. Bis zu acht Meter Höhe erreichen diese mächtigen Bildsäulen aus übereinandergetürmten menschlichen Figuren, Tieren, Pflanzen und anderen Objekten wie Trommeln oder Sagoschalen. Eindrucksvoll sind auch die ausladenden Flügel (cemen) am oberen Ende des Pfahls. Ahnenpfähle werden aus dem Stamm eines Mangrovenbaums hergestellt. Der markante Flügel ist in filigraner Ajour-Arbeit (ähnlich durchbrochenen Flechtmustern bei der Ajour-Spitzenstickerei) aus einer natürlicherweise aus dem Stamm gewachsenen Brettwurzel geschnitzt, die man als einzige stehen lässt. Da der Stamm zur Bearbeitung auf den Kopf gestellt wird, befindet sich der Flügel immer nah an der Spitze des Pfahls. Der Flügel symbolisiert einen aufgerichteten Phallus. Er ist Ausdruck von Kraft und Fruchtbarkeit und ragt aus oder vor dem Unterleib der obersten, zuweilen auch zweitobersten Ahnenfigur empor. Die Schnitzer (wowipits) lassen ihn bis kurz vor dem Festhöhepunkt unbearbeitet. Die im Pfahl vergegenwärtigten Ahnen sind aufrecht oder kopfunter aus dem Holz geschnitzt. Manche bis-Pfähle dokumentieren eine ganze Familiengeschichte. Zudem erscheinen im Schnitzwerk zahlreiche Symbole und Motive, die einen Bezug zur Kopfjagd haben (Nashornvogel, Kakadu, Trophäenköpfe und andere). Der Fuß der Figurensäule ruht oft auf einem Einbaum, der die Verstorbenen über das Meer in das Reich der Ahnen bringen soll. 1

Festvorbereitungen

Das familiäre Kindesverhältnis ist matrilinear ausgerichtet. Daher wird der Bruder der Mutter höher angesehen als der leibliche Vater. Aus diesem Grunde ist es den Schwiegerleuten vorbehalten, in den Wald zu gehen und den geeigneten Baum zu fällen. Für jede Sektion im Dorf handeln die Schwiegersöhne der kürzlich Verstorbenen. Daher werden mehrere Bäume ausgesucht. Den Auftakt macht allerdings eine Gruppe von Alten, die Triebe eines jungen Sagoblattes aus einer Palmkrone schneiden und das weiße weiche Mark (wasir wu) freilösen, um ein bis zu drei Meter langes Ritualobjekt (bete apibis) entstehen zu lassen. Dieses wird an Pfosten der Feuerstellen im Männerhaus (yeu) angebunden. Der als geeignetes Objekt ausgesuchte Baum wird tags darauf ringsum gesäubert und mit weißem Muschelkalk (mbi) beworfen. Dabei rühmen sich die Männer ihrer Heldentaten. Man kehrt zurück ins Dorf und befragt die Alten, wann die Bäume gefällt werden sollen. Festlich geschmückt und mit einer Vielzahl von Einbäumen machen sich die Männer und Jugendlichen erneut in den Wald auf. 1

The text above is adapted from the Wikipedia article “Ahnenpfahlfest beim Volk der Asmat”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1

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