The tradition & historical record
4 min read · 2 sourcesDas Arosa Humor-Festival (Eigenschreibweise seit 2017 «Arosa Humorfestival»; oft abgekürzt Humorfestival) in Arosa ist ein 1992 ins Leben gerufenes, elftägiges Treffen von vorwiegend deutschsprachigen Comedians und damit die grösste alljährlich stattfindende kulturelle Veranstaltung im Kanton Graubünden. Es findet jeweils Anfang/Mitte Dezember statt und ist eines der bedeutendsten Kleinkunsttreffen im deutschsprachigen Raum. 1
Spielorte
Der Hauptveranstaltungsort ist ein 1000 Zuschauer fassendes Zirkuszelt auf knapp 2000 m ü. M. bei der Tschuggenhütte im Aroser Skigebiet. Daneben finden kleinere Vorstellungen für bis zu 200 Besucher auf der «Blatter-Bühne» im Blatter's Bellavista Hotel oberhalb der örtlichen katholischen Kirche statt. Von 2009 bis 2014 organisierten die Veranstalter jeweils einen kostenlosen Open-Air-Act auf dem Oberseeplatz, in dessen Bühne meist eine spezielle Schneeskulptur integriert war und von rund 4000 Personen besucht wurde. Seit 2012 finden zudem Produktionen im neuen Sport- und Kongresszentrum Arosa vor 300 bis 500 Leuten in der «Humorhalle» statt. Das Tschuggen Grand Hotel schliesslich ist Schauplatz einer speziellen «Humor-Soirée». Vorübergehend wurde auch der Kinosaal des umgebauten Kursaals wieder in den Spielplan aufgenommen. 1
Geschichte
Nach diversen schneearmen Saisonstarts Ende der 1980er-Jahre suchte der Kurverein Arosa (heute: Arosa Tourismus) nach Möglichkeiten, die Umsatzeinbussen aus den traditionellen Dezember-Skiwochen zu kompensieren. 1
Im Jahr 1991 liefen die Planungen an, und 1992 konnte die Erstaustragung unter dem Namen Aroser Humor-Festival an fünf Tagen durchgeführt werden. Für einen ausgefallenen Werbegag liess man zwei Artisten mit einem rund sechs Meter langen, bedruckten Transparent an einer Kabine der soeben modernisierten Weisshornbahn hängend den Berg hochfahren. Schon bei der Premiere spielte man in einem Zirkuszelt bei der Tschuggenhütte, wobei die Abendvorstellungen im Kursaal stattfanden. Insgesamt 2'500 Zuschauer verfolgten die zehn Produktionen, zu denen unter anderen das Kabarett Götterspass, das Duo Fischbach und das Cabaret Marcocello mit Marco Rima gehörten. 1993 lag die Zuschauerzahl bereits bei 4'500. Das Festival wuchs rasch, und so wurde die vierte Austragung im Jahr 1995 auf acht Tage ausgedehnt und mit 40 Künstlern bestückt. Zwei der Vorstellungen waren ausverkauft. Nachdem die Austragung 1998 durch das kurzfristige Abspringen des damaligen Hauptsponsors nur mit Improvisationsgeschick hatte stattfinden können, gingen die Veranstalter 1999 eine weitreichende Sponsoring-Kooperation mit einer grossen Versicherungsgesellschaft ein. Zwischen 2000 und 2007 wurde das Arosa Humor-Festival durch die Agentur dettofatto media gmbh organisiert, das OK Präsidium blieb bei Arosa Tourismus. In dieser Zeit wurde ein grösseres Zelt angeschafft und sämtliche Sitzplätze nummeriert. Im Jahr 2002 besuchten insgesamt 8'000 Zuschauer den Event. 2008 ging das Festival wieder in die Hände von Arosa Tourismus. 1
Preisverleihungen
Seit 2008 werden jeweils zwei Jurypreise verliehen, der Arosa Humorfüller sowie die Arosa Humorschaufel. 1
«Arosa Humorfüller»
Der «Arosa Humorfüller» ist ein Künstlerpreis, der nur von aktuellen Festivalteilnehmern gewonnen werden kann. Die anonyme Jury betrachtet bei der Vergabe auch Leistungen über eine ganze Künstlerkarriere hinweg. Der edle, in eine Steinhalterung eingelassene Füller soll den Preisträgern als symbolische Motivation zum Schreiben von weiteren humoristischen Programmen dienen. Bisherige Gewinner waren Andreas Thiel, Michael Mittermeier, das Komikerduo Lapsus, Emil Steinberger (Lebenswerk) sowie die Maskentheaterformation Mummenschanz. Die Auszeichnung ersetzte den Arosa Schneestern, den früheren Publikumspreis für die beste Performance, die dem Gewinner jeweils vom Vorjahressieger überreicht wurde und dem Preisträger einen Auftritt im Folgejahr ermöglichte. Gewinner 2011 waren Ursus & Nadeschkin, 2012 Gerhard Polt für seinen Auftritt mit den Well-Brüdern und 2013 das Cabaret-Duo Divertimento. 2014 ging der Preis an Marco Rima, 2015 an Carolin Kebekus, 2016 an Viktor Giacobbo (Lebenswerk), 2017 an Claudio Zuccolini. und 2019 an das Chaos Theater Oropax. 2022 wurde Lisa Eckhart ausgezeichnet. 2023 wurde Helge Schneider mit ihm ausgezeichnet. Seit 2017 hat das Publikum die Möglichkeit, seinen persönlichen Favoriten mittels «Applaus-O-Meter», einem Dezibel-Messgerät, zu wählen. Dieser Publikumspreis ging 2017 an die Band Dabu Fantastic. 1
«Arosa Humorschaufel»
Die «Arosa Humorschaufel», bestehend aus einem Orgelpfeifen-Stiel und einer aus Eis geschnitzten Schaufel, wird an Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur verliehen, die sich im vergangenen Jahr mit ihrem Gespür für Humor und einem prominenten «Lacher» ausgezeichnet haben. Eine spezielle Jury berät sich jeweils im Vorfeld des Humor-Festivals und wählt den Sieger aus. Bisherige Preisträger waren Thomas Meyer, Patrick Fischer, Eveline Widmer-Schlumpf, Roger Schawinski, Joachim Schoss, Philippe Gaydoul, Doris Leuthard, Samih Sawiris, Roger de Weck, Pierin Vincenz, das Cabaret Divertimento sowie Bernhard Heusler. 1
The text above is adapted from the Wikipedia article “Arosa Humor-Festival”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1
Arosa Humor-Festival is recorded in open cultural data. The structured record cited below does not describe the practice, and this entry has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2
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