The tradition & historical record
6 min read · 2 sourcesDas Belluard Bollwerk International (BBI) ist ein Festival für zeitgenössische darstellende Kunst in Freiburg im Üechtland, Schweiz. Jeden Sommer bietet es seit 1983 während zehn Tagen Gelegenheit, etablierten Kunstschaffenden und Talenten von morgen zu begegnen. Das Festival versteht sich als Versuchslabor, das den interkulturellen Austausch anregt, die Kunstgattungen miteinander verbindet und das Publikum zum Nachdenken anregt. Angeboten wird ein breites Spektrum an Genres: Tanz, Theater, Performances, Installationen, Musik, Film und Video. Das Festival lebt Mehrsprachigkeit und bringt ein sprachgemischtes Publikum zusammen. Das 30-Jahr-Jubiläum im Juni 2013 stand unter dem Motto «Future Nostalgia» und brachte damit zum Ausdruck, aus dem Rückblick Ideen für die Zukunft zu gewinnen. Neben den klassischen Formaten machte auch Unkonventionelles von sich reden: Retro-Videogames, ein riesiges Papierschiff mit echtem Kapitän, eine Katastrophenküche zum Mitmachen, ein Do-it-yourself Untergrund WiFi, eine Geheimgesellschaft oder die Geschichte der zukünftigen Vereinigten Staaten von Afrika. Im Jahr 2024 fand die 41. Ausgabe statt. Sie stand unter dem Motto «Lebenswut». 1
Kunstverständnis des BBI
Sally De Kunst, die von 2007 bis 2013 das BBI leitete, erklärt am Beispiel des Digging-Projekts von Kosi Hidama und Gosie Vervloessen, wie die Kunst, die sie mit dem BBI präsentierte, funktioniert. Die beiden Künstler gruben in ihrem Digging-Projekt in der BBI-Ausgabe von 2011 während mehrerer Tage ohne ersichtlichen Zweck, ausser dem des performativen Aktes als solchem, ein Loch im Park von Sainte-Thérèse in Freiburg. Dabei halfen viele Fachleute mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen bei der Vorbereitung des Projekts: der Stadtarchitekt mit seinem Team, das städtische Tiefbauamt, der Archäologische Dienst, das Institut für Geowissenschaften der Universität und viele andere. Und Personen verschiedenen Alters kamen am Loch vorbei, blieben stehen, halfen schaufeln, diskutierten. Das Digging Project ist laut Sally De Kunst ein Beispiel dafür, worum es bei der Kunst heutzutage gehen sollte: Sie sollte neue Verbindungen zwischen künstlerischer Tätigkeit und einer Reihe anderer menschlicher Aktivitäten schaffen, indem Künstler einen demokratischen öffentlichen Raum ausserhalb der traditionellen Kunsträume errichten; eine Zone der «Ununterscheidbarkeit» von Alltagsleben und Kunst, die einen Wissensaustausch ermöglicht und in welcher Kollektivität und Engagement neu bekräftigt werden können. Ähnlich funktionierte das Projekt KITCHAIN in der BBI-Ausgabe 2009. Antonio Louro und Benedetta Maxia hatten im alten Zeughaus, das direkt ans Bollwerk anschliesst, eine modulare Küche eingerichtet. Ihr Konzept fokussierte auf das Ritual des Kochens und Essens als Auslöser für soziale Zusammenkünfte und den Austausch zwischen den Künstlern, dem Team, dem Publikum und anderen Beteiligten. 1
Alternative Szene
Die 68-Bewegung rüttelte auch in der Schweiz an überkommenen Normen. Neue Kunstformen, oft auch hybrider Art, tauchten auf. Ihnen gemeinsam war ihre Subversivität oder Kritik an den verkrusteten Nomen der Bourgeoisie. Erwähnenswert ist unter anderem das avantgardistische Theater, die Performances und Installationen der plastischen Kunst und was man heute als Jazz, Rock und davon abgeleitete Musikrichtungen nennen kann. Diese bildeten zusammen in der Schweiz die alternative Szene, die ab den siebziger Jahren bedeutsam in Erscheinung trat. Mit ihr gingen auch Forderungen nach neuen Darstellungsmöglichkeiten einher. Kunst, die sich als ausserhalb der Nomen versteht, suchte, um sich ausdrücken und präsentieren zu können, nach Orten ausserhalb der Normen, wo sie von einem alternativen Publikum wahrgenommen werden konnte. Das Aufkommen der alternativen Szene in der Schweiz fällt zusammen mit der Eröffnung autonomer Jugendzentren, die sich selbst verwalteten. Die Autonomie, die Selbstverwaltung, der Genossenschaftgedanke waren gewissermassen das Markenzeichen der alternativen Szene. Der Mangel an Lokalitäten führte zu Spannungen. Anfang der achtziger Jahre verhärtete sich die Toleranz gegenüber der alternativen Szene. Viele Projekte und Initiativen gingen in dieser Zeit ein. Als in Zürich ein Kredit von 80 Millionen Franken zugunsten der Oper gesprochen wurde, ging die Jugend auf die Strasse und machte Radau. Züri brännt warf schweizweit hohe Wellen. Auch in Basel, Genf, Lausanne (Lozan Bouge) oder Luzern, was man heute zusammenfassend als die Achtziger Jugendunruhen bezeichnet. Freiburg hinkte kulturell hinter den übrigen Städten der Schweiz her. Ausser für die Universität und die Kantonsbibliothek hatte der Kanton nichts für Kultur übrig. 1
Gründung
In diesem Umfeld fand am 28. März 1983 die Gründungsversammlung der Association Belluard Bollwerk 83 statt, wie sich der Verein anfänglich nannte. Man wollte die Befestigungsanlage, das Bollwerk, für kulturelle Veranstaltungen nutzen. Alle Gründungsmitglieder erklärten sich bereit, mit dem Direktionskomitee zusammenzuarbeiten. Dieses hatte die Aufgabe, die allgemeine Ausrichtung des Vereins zu formulieren, die künstlerische Leitung zu bestimmen, das Programm für den Sommer 1983 und die Budgets der Vorstellungen festzulegen. Zum Direktionskomitee gehörten zwölf Mitglieder, unter anderen Pierre-Alain Rolle, Klaus Hersche, Max Jendly. Die Bezeichnung Belluard Bollwerk 83 erhielt der Anlass von der mittelalterlichen Festungsanlage, in der die Veranstaltungen stattfanden. Der Verein stellte ein sechswöchiges Kulturfestival in der Hauptstadt auf die Beine. Im Angebot standen Tanz, Rock, Jazz, Elektro, Klassische Musik, akrobatisches Ballet, Oper, Gesang, Clownerie, Theater, Film, Performances und Mischformen. Darunter waren nebst lokalen auch national bekannte Künstler. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. 1
Fortsetzung
Aufgrund des erfolgreichen ersten Festivals beschlossen die Organisatoren, jährlich weitere Ausgaben zu organisieren. Dieser Rhythmus zwang dazu, das Festival regelmäßig zu hinterfragen und sich der Ziele immer wieder zu vergewissern. So schafften es die Organisatoren, gegenüber der Kreativität offen zu bleiben, um zu vermeiden, dass das Festival zu einem Ort des reinen Konsums von beklatschten Spektakeln wurde. Der Fokus blieb stets auf derm zeitgenössischen Schaffen: Es gab immer Werke, die sich der Kritik aussetzten, die in Frage stellten und Risiken eingingen. Das Publikum wuchs von Jahr zu Jahr, oft begeistert, manchmal auch zweifelnd und bangend ob der Abenteuerlust des Bollwerk-Festivals. Damit einher ging ein wachsender Ruf und internationale Resonanz. Für die 13. Ausgabe des Festival war eine künstlerische Kommission verantwortlich, bestehend aus Catherine Hess, Gabrielle Gawrysiak, Klaus Hersche und Michel Ritter. Vertreter des Kulturfestival betonten, dass das Festival ein breites Publikum ansprechen wolle, aber auch keine Konsum-Veranstaltung, sondern mehr eine Plattform für Künstler sein solle. Das Festival gab sich einen neuen Namen. Fortan hiess es «Belluard Bollwerk International» (BBI). Thema der 13. 1
Historisches Bauwerk
Das Bo… 1
The text above is adapted from the Wikipedia article “Belluard Bollwerk International”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1
Belluard Bollwerk International is recorded in open cultural data. The structured record cited below does not describe the practice, and this entry has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2
The source record links this tradition to 4 external registers, which can be verified through the citation. 2