The tradition & historical record
3 min read · 2 sourcesDie Berliner Jedermann-Festspiele bestanden von 1987 bis 2014 und zeigten alljährlich im Herbst Hugo von Hofmannsthals Jedermann. Gründerin der Festspiele, Regisseurin und Darstellerin des Glaubens seit Anbeginn war Brigitte Grothum. Während der Jedermann der Salzburger Festspiele vor dem Salzburger Dom unter freiem Himmel gespielt wird, fanden die Berliner Aufführungen seit 1993 im Innenraum des Berliner Domes statt. Von 1988 bis 1992 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, 1988 in der Südsternkirche in Kreuzberg. 1
Geschichte
In Berlin gab es ab 1987 die jährlichen Jedermann-Festspiele. Weil Hofmannsthals Stück weitgehend mit dem Salzburger Domplatz assoziativ verknüpft wird, wo es seit 1920 nahezu jeden Sommer gegeben wird, trat allgemein in den Hintergrund, dass die Uraufführung des Jedermann im Jahre 1911 in Berlin stattfand, im Circus Schumann, inszeniert von Max Reinhardt. Die Inszenierungen leitete Brigitte Grothum. Spielstätte war zunächst die Kreuzberger Kirche am Südstern, später die Marienkirche, aber auch die Gethsemanekirche und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Zumeist versammelte Grothum ein Ensemble von namhaften Schauspielern und Schauspielerinnen der Film- und Fernsehwelt sowie des Boulevardtheaters. Die Besetzungen waren oft prominent und ungewöhnlich, bisweilen auch mutig. Grothums ursprüngliche Motivation für die Produktion war Werktreue, die Sorge, ein anderer könnte aus dem Mysterienspiel einen Abend des Regietheaters machen, „bei dem das Werk nur Mittel zum Zweck wäre“. Die ersten Jedermann-Darsteller waren die Film- und Fernsehschauspieler Erik Schumann (1987) und Bodo Wolf (1988–1990), erste Buhlschaft war Monika Tabsch, die zuvor in einer Folge der Fernsehserie Die Nervensäge mit Dieter Hallervorden aufgetreten war. 1991 sollte die Schlagersängerin und Filmschauspielerin Heidi Brühl, damals 49 Jahre alt, die Rolle der Buhlschaft übernehmen, nahm auch an den ersten Proben teil, verstarb jedoch nach einer Operation noch vor der Premiere. Ihre Rolle übernahm kurzfristig Iris Berben. Der Jedermann der Jahre 1991 bis 1993 war der Schauspieler Ezard Haußmann, der 23 Jahre lang an der Berliner Volksbühne engagiert war. Seine Buhlschaften waren, nach Berben, Ingrid Steeger (1991) und die Schlagersängerin Dunja Rajter (1993). 1
Besetzungen
1989 wurde der Tod auch von Manfred Tümmler gespielt, 1994 und 1995 auch von Ekkehard Schall, 1996 auch von Arno Wyzniewski. Erich Schellow erlitt 1993 einen schweren Schlaganfall und starb 1995. Die Stimme des Herrn in den Berliner Jedermann-Aufführungen stammte von einer älteren Tonaufzeichnung. In den Jahren 2000 bis 2003 sowie 2006 und 2008 verkörperte Peter Sattmann sowohl den Tod als auch den Teufel. Erik Schumann spielte den ersten Jedermann nur in zwei Vorstellungen, danach musste er die Rolle krankheitsbedingt niederlegen und wurde durch Bodo Wolf ersetzt. 1
Gastspiele
Die Berliner Jedermann-Produktion wurde in den Jahren 2004 bis 2006 auch in jährlich einem Gastspiel gezeigt. 2004 gastierte der Berliner Jedermann im Hof des Schlosses Herrenchiemsee. Gespielt wurde bei Tageslicht. 2005 gastierte das Ensemble vor dem Ital-Reding-Haus in der Schweizer Gemeinde Schwyz, die Tribüne im Freien war für 3.000 Besucher errichtet worden. Charles Linsmayer gab seiner Kritik den Titel Schauspiel wie Gottesdienst und lobte die Aufführung „als durch und durch traditionelles Schauspiel vom Besten“, das gut aufeinander eingespielte Ensemble und alle darstellerischen Leistungen. Als Gäste aus der Schweiz übernahmen Walo Lüönd die Rolle des Armen Nachbarn und Stefanie Glaser die von Jedermanns Mutter. 2006 gastierte die Produktion mit René Kollo als Jedermann und Barbara Becker als Buhlschaft in Speyer. 1
Weblinks
www.jedermann-festspiele.de 1
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