The tradition & historical record
4 min read · 2 sourcesJedes Jahr treffen sich Dichter und Künstler aus aller Welt zum Poesiefestival Berlin – Eigenschreibweise: poesiefestival berlin –, das jeweils für etwa neun Tage an zentralen Orten in Berlin auf eine primär performative Weise Lyrik präsentiert. Das 2000 gegründete und vom Hauptstadtkulturfonds gemeinsam mit privaten Sponsoren geförderte Festival wird vom Haus für Poesie (ehemals Literaturwerkstatt Berlin) veranstaltet. Die Akademie der Künste ist Kooperationspartner und seit 2008 zentraler Austragungsort des Festivals. 1
Idee
Zu diesem Zweck wird Poesie als performative Kunstform dargestellt, die mit Musik und Film verschmilzt. Organisator Thomas Wohlfahrt versuche auf diese Weise, die Poesie als „eigene und selbständige Kunstform neben der Literatur“ zu entwickeln. 1
Das 2000 gegründete Festival ist in der Lyrikszene etabliert und hat ein generationenübergreifendes Publikum. Bisher kamen pro Jahr 8.000 bis 12.000 Besucher zu den Veranstaltungen. Bis zu 150 Lyriker aus zahlreichen Ländern tragen ihre Werke vor und diskutieren mit dem Publikum sowie mit Wissenschaftlern und Künstlerkollegen. Durch innovative Veranstaltungsformate und multimediale Präsentationen soll die Dichtkunst einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Außerdem fungiert das Poesiefestival als Arbeitstreffen für Autoren sowie als Übersetzungswerkstatt. Das Festival ist darauf ausgerichtet, auf unkonventionelle Art und Weise Nähe zum Publikum herzustellen. In der Eröffnungsveranstaltung Weltklang – Nacht der Poesie lesen etablierte Lyriker aus aller Welt – ohne Übersetzung – aus den Originalversionen ihrer Werke und lassen dadurch den Klang ihrer Dichtung auf das Publikum wirken. In den Kolloquien werden die Schwerpunkte des Festivals thematisiert. In der Poet’s Corner führt das Publikum an vielen Orten Berlins Poesiegespräche mit den Künstlern. Im Rahmen des Workshops Versschmuggel wird Poeten die Möglichkeit geboten, ihre Gedichte in die Sprache des Anderen zu „schmuggeln“. Auf dem Lyrikmarkt kann unter freiem Himmel poetische Literatur erworben werden. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein eigenes Programm rund um das Thema Poesie. 1
2000
Erstmals fand das Festival "Weltklang - Nacht der Poesie" im Sommer 2000 auf dem Potsdamer Platz in Berlin am 15. Juli 2000 statt. Unter freiem Himmel traten neun internationale Lyriker und Lyrikerinnen auf und trugen ihre Texte in Originalsprache vor. Dies waren Adonis (Syrien), Amanda Aizpuriete (Lettland), Volker Braun (Deutschland), Inger Christensen (Dänemark), Ben Okri (Nigeria), Lesego Rampolokeng (Südafrika), Gerhard Rühm (Österreich), Kazuko Shiraishi (Japan) und Patricia Smith (USA). Um das Verständnis für (nur) Deutsch sprechende Menschen im Publikum zu ermöglichen, erschien ein Reader mit den Gedichten in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Weltklang - Nacht der Poesie. Lesebuch mit den deutschsprachigen Übersetzungen oder den deutschsprachigen Originaltexten der vorgetragenen Gedichte", herausgegeben von Michael Fisch und Thomas Wohlfahrt in Berlin: Bebra Verlag 2000. Damit war der Grundstein für die folgenden jährlichen Veranstaltungen gleicher Art und die fortan in der Edition diá erscheinenden Publikationen in dieser Form gelegt. Der verantwortliche Kurator Michael Fisch übergab die Organisation des Festivals im Anschluss in die Hände von Odile Kennel. 1
2001
Das Poesiefestival Berlin 2001 war die zweite Ausgabe des Festivals. 1
2002
Das Poesiefestival wird als Spagat beschrieben: „Hier die ‘jungen Wilden’, da die Lautpoeten und in der Mitte jene, die in konventioneller Art ihrer Arbeit nachgehen“. 1
2003
Die australischen Tänzer Legs on the Wall und das Musikensemble Mara! eröffneten das Festival mit der Performance Homeland. Als Vorlage diente ein Gedicht von Stefan Kozuharov, das die Geschichte von Migration, von einem Leben in der Schwebe, erzählt. Bei der Performance stand ein Mann auf dem Dach eines Plattenbaus. Es sah aus, als wolle er springen. Ein Chor setzte ein und der Mann geht. Er geht tänzelnd die Hausfassade herunter, fast schwebend. Bilder von Reisepässen und Grenzübergängen, von Kindern mit Furcht in den Augen, wurden an die Hauswand projiziert. In der Weltklang – Nacht trat der 1922 in Paris geborene und 2008 verstorbene Henri Chopin „als Dirigent und Konzertmeister seines elektrisch verstärkten Körperorchesters“ auf. Inspiriert von Friedrich Nietzsches Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik sah er ein audiovisuelles Zeitalter anbrechen, das die jüdisch – christliche Epoche beendet. 1
The text above is adapted from the Wikipedia article “Poesiefestival Berlin”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1
Fotoprojekt Poesiefestival Berlin 2015 is annual literary event for performative poetry in Berlin (2000-), according to the structured record cited below. This entry was generated automatically from that record and has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2
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