Family unrecorded

Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region

Mühlviertler HandblaudruckAustria

Der Mühlviertler Handblaudruck ist eine traditionelle Handwerkstechnik zur Veredelung von Stoffen. Der Blaudruck wird im Mühlviertel seit dem 19. Jahrhundert vorwiegend auf regional produziertem Leinen ausgeführt.

This photo/audio/video is related to the intangible cultural heritage indexed by the Austrian Commission for UNESCO as (UNESCO: de , en ) ( commons , de ) .
Photo: Geolina163 · CC BY-SA 4.0+ Add licensed photo →
Understand in 30 Seconds · In Plain Words

Quick guide to Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region

Sourced or Silent · CC BY-SA 4.0

Der Mühlviertler Handblaudruck ist eine traditionelle Handwerkstechnik zur Veredelung von Stoffen.

01 · What it is
Living Tradition

Documented cultural tradition on record; family classification awaits an editor.

02 · Where & name
Austria

Written in its own script on record as Mühlviertler Handblaudruck.

03 · How it is doing
□□□□ (Not yet assessed)

Documented in open cultural records, but no cited field assessment of its current vitality has been added here yet.

04 · Proof & reuse
2 cited sources

Every claim links to a public record below. Free to quote, teach, and share under CC BY-SA 4.0.

Chapter Takeaways
Geschichte des Mühlviertler HandblaudrucksDer Blaudruck etablierte sich im Mühlviertel im 19.
FärbetechnikBlaudruck gehört zu den Reservetechnikverfahren, bei dem das Muster mittels Holzmodel durch eine Druckreservage, Papp genannt, auf den Stoff übertragen wird.
Blaudruckerei WagnerDie Blaudruckerei Wagner in Bad Leonfelden ist die letzte, heute noch produzierende Blaudruckerei in Österreich, die ausschließlich mit Handdruckmodeln die Stoffe bemustert und anschließend mit Indigofarbstoffen die…
Fortbestand des traditionellen HandwerksIn der Blaudruckerei Wagner werden Stoffe heute noch nach dem althergebrachten Verfahren bedruckt.
Common Questions Answered on Record
What is Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region in plain words?

Der Mühlviertler Handblaudruck ist eine traditionelle Handwerkstechnik zur Veredelung von Stoffen. In local script on record, it is written Mühlviertler Handblaudruck.

Where is Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region practised or documented?

Sources on this page place Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region in Austria.

What is the current condition of Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region today?

□□□□ (Not yet assessed): Documented in open cultural records, but no cited field assessment of its current vitality has been added here yet.

How do I cite or share this Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region entry?

Cite as: "Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region." folkroom, https://folkroom.org/art-forms/indigo-hand-block-printing-in-the-muhlviertel-region, text CC BY-SA, with attribution.

Share or cite this roomNo tracking · CC BY-SA 4.0
WhatsAppXLinkedInRedditFacebook

The tradition & historical record

6 min read · 2 sources

Der Mühlviertler Handblaudruck ist eine traditionelle Handwerkstechnik zur Veredelung von Stoffen. Der Blaudruck wird im Mühlviertel seit dem 19. Jahrhundert vorwiegend auf regional produziertem Leinen ausgeführt. Nachdem zahlreiche Färbereien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts infolge der fehlenden Nachfrage nach Blaudruckstoffen den Betrieb eingestellt haben, wird der traditionelle Blaudruck im Mühlviertel gegenwärtig noch in der Blaudruckerei Wagner im Haus Bründlwagner in Bad Leonfelden in vierter Generation praktiziert. 2015 wurde der Mühlviertler Handblaudruck in das österreichische UNESCO-Verzeichnis des Immaterielles Kulturerbes und 2018 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. 1

Geschichte des Mühlviertler Handblaudrucks

Der Blaudruck etablierte sich im Mühlviertel im 19. Jahrhundert, das aufgrund seiner natürlichen Gegebenheiten ideale Voraussetzungen für den Flachsanbau und damit die Herstellung von Leinen besaß. Das figurative Bemalen und Bedrucken von Stoffen gehört zu den ältesten Textilveredlungstechniken. Blaudruck hat seinen Ursprung in Indien, der Heimat des natürlichen Indigo. Von Indien gelangte der manuelle Handdruck mit Holzmodeln im 17. Jahrhundert nach Europa. Die Niederländische Ostindien-Kompanie brachte neben gemusterten Stoffen, den „Indiennes“ auch Indigo nach Europa, der wesentlich farbintensiver und leichter zu Handhaben war als der heimische Färberwaid. 1689 wurde von den Gebrüdern Neuhofer die erste deutsche Kattundruckerei in Augsburg gegründet. Die gemusterten Drucke imitierten preiswert die damals begehrten, hochpreisigen Jaquardstoffe. Neben Stoffen für Bekleidung wurden auch Vorhänge und Bettzeug bedruckt. Über Augsburg gelangte im 19. Jahrhundert die Blaudrucktechnik durch Gesellen, die das Handwerk auf der Walz erlernten, ins Mühlviertel. Die hiesige Landbevölkerung ließ sich ihre handgewebten Leinenstoffe mit Blaudruck veredeln. Dies führte zu einer Blüte der Blaufärberei Ende des 19. Jahrhunderts. Infolge der Industrialisierung, dem aufkommenden preiswerteren maschinellen Walzendruck und der Entdeckung von leichter zu handhabenden synthetischen Farbpigmenten (Indanthron) brach die Nachfrage nach Blaudruckstoffen ein und viele Blaudruckfärbereien wurden geschlossen. Die Blaudruckerei Wagner in Bad Leonfelden ist gegenwärtig die einzige Manufaktur im Mühlviertel, die den Blaudruck nach traditionellem Vorbild praktiziert. 1

Färbetechnik

Blaudruck gehört zu den Reservetechnikverfahren, bei dem das Muster mittels Holzmodel durch eine Druckreservage, Papp genannt, auf den Stoff übertragen wird. Die Rezeptur des Papps wird in der Regel von Generation zu Generation weitergegeben. Der wasserabweisende Papp, eine Mischung u. a. aus Tonerde, Gummi arabicum und diversen Blei- und Kupferverbindungen, wird dabei auf ein Stempelkissen (Chassis) aufgetragen und mittels Holzmodel auf den Stoff übertragen. Zum Durchtrocknen des Papps an der Luft wird die Stoffbahn auf einen Eisenring (Sternreifen) aufgezogen und nach der Trocknung in einer Indigoküpe kalt in mehreren Zügen gefärbt. Nach einem ca. zweiminütigen Färbeprozess wird der Stoff aus der Küpe gezogen, damit die Farbpigmente an der Luft oxidieren. Dabei verfärbt sich der Stoff von gelbgrün auf blau. Der Färbeprozess wird gewöhnlich fünf bis sechs Mal wiederholt, um die Blaufärbung zu intensivieren. Nach der Färbung wird der Papp in einer sauren, wässrigen Lösung ausgewaschen und das aufgedruckte Muster erscheint jetzt weiß auf blauem, gefärbten Grund. Der Prozess des Farbumschlags von grün auf blau beim Blaufärben spiegelt sich auch in altbekannten Redewendungen, wie „grün und blau schlagen“ und „blaues Wunder erleben“ wider. 1

Blaudruckerei Wagner

Die Blaudruckerei Wagner in Bad Leonfelden ist die letzte, heute noch produzierende Blaudruckerei in Österreich, die ausschließlich mit Handdruckmodeln die Stoffe bemustert und anschließend mit Indigofarbstoffen die Stoffe in einer Küpe färbt. Die Druckwerkstatt besitzt eine umfangreiche Sammlung von Modeln, die mit Messingstiften und Holzschnitzereien verziert sind. Die Bildsprache der Model ist von floralen und regionalen Mustern inspiriert, es dominieren unter anderem Motive mit Hopfen, Kornähren, Kornblumen oder Vergissmeinnicht. Aus den blaugefärbten Leinenstoffen werden u. a. Tischwäsche, Vorhänge und Kleiderstoffe gefertigt. Die Blaudruckerei Wagner hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf den selten praktizierten Zweifarben - Passdruck spezialisiert und beständig weiterentwickelt. Dabei wird im ersten Arbeitsgang der Leinenstoff mit Papp bedruckt und in einem Zug gefärbt, getrocknet und mit einem, auf das erste Motiv abgestimmte Passer-Model erneut bedruckt und anschließend in mehreren Zügen dunkelblau gefärbt. Nach dem Auswaschen des Papp erscheint das Muster weiß - hellblau auf dem dunkelblauen Untergrund. In der Manufaktur wurde der aufwendige, zweifarbige Passerdruck weiterentwickelt, Passer-Model ergänzt und neue Muster erarbeitet. Die Färbertradition geht in der Blaudruckerei auf Karl Wagner zurück, der 1847 in Hohenfurt (Vyšší Brod) geboren wurde. Bei seinen Stiefeltern erlernte er das Färberhandwerk und erweiterte seine Fähigkeiten auf einer neunjährigen Walz durch den deutschsprachigen Raum. 1878 ließ er sich in Bad Leonfelden nieder und baute sein Haus in eine Färberei um. Sein erworbenes Wissen gab er an seinen 1883 geborenen Sohn weiter, der ebenso wie sein Vater auf der Walz, u. a. 1

Fortbestand des traditionellen Handwerks

In der Blaudruckerei Wagner werden Stoffe heute noch nach dem althergebrachten Verfahren bedruckt. Dazu werden größtenteils traditionelle Druckmodel verwendet. Einige der z. T. 250 Jahre alten Holzdruckmodel sind aufgrund von Holzwurmbefall stark in ihrer Funktionalität gefährdet, so dass die Model ständig gepflegt und restauriert werden müssen. Derzeit ist in Mitteleuropa lediglich noch ein gelernter Formenstecher tätig, so dass latent die Gefahr besteht, dass neue Model, die für die traditionelle Drucktechnik benötigt werden, nicht mehr hergestellt und beschädigte Model nicht mehr repariert werden können. Karl Wagner hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Restauration alter Model zu erlernen und neue Model selbst zu entwerfen. Auch die für den Blaudruck benötigten Leinenstoffe werden gegenwärtig im Mühlviertel nur noch in einer Leinenweberei in Helfenberg in der benötigten Qualität hergestellt. Um den Fortbestand des Mühlviertler Blaudrucks zu sichern, kooperieren die Leonfelder Blaudrucker mit verschiedenen Institutionen, wie dem Färbermuseum Gutau und der Höheren Lehranstalt für Mode in Hallein. Einer breiten Öffentlichkeit wird das traditionelle Handwerk und dessen Produkte auf dem jährlich stattfindenden Färbermarkt in Gutau, dem Webermarkt Haslach, den oberösterreichischen Ortsbildmessen und diversen Handwerks-, Brauchtums- und Textilmärkten präsentiert. 1

Immaterielles Kulturerbe

Im Jahr 2015 wurde der Mühlviertler Handblaudruck als traditionelles Handwerk in die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Der europäische Blaudruck in Deutschland, Österreich, Tschechien, U… 1

The text above is adapted from the Wikipedia article “Mühlviertler Handblaudruck”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1

Indigo Hand Block Printing in the Mühlviertel Region is traditional craftsmanship in Upper Austria, inscribed in the Unesco ICH Austrian inventory in 2015, according to the structured record cited below. This entry was generated automatically from that record and has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2

The source record links this tradition to 1 external register, which can be verified through the citation. 2

No recording linked yet — know one? Point at it →
Sourced or Silent · Still Open

Questions awaiting a cited source

+ Answer with a source →
How many people perform it today?
When is it first attested, and by whom?