The tradition & historical record
6 min read · 2 sourcesDie Mimuse (Eigenschreibweise: MIMUSE) ist ein jährlich stattfindendes Festival für Kleinkunst, Kabarett und Comedy in der niedersächsischen Stadt Langenhagen, im Norden von Hannover: Die Mimuse wurde 1981 von Udo Püschel als ein „Kleines Festival für Pantomime, Kabarett, alternatives Theater und etwas Musik“ ins Leben gerufen. Organisiert wird die Mimuse durch den Verein Klangbüchse mit Unterstützung der Stadt Langenhagen. Spielorte für die Veranstaltungen sind der Theatersaal der Stadt Langenhagen und die Kleinkunstbühne daunstärs. Zu den beiden Festivalreihen im Frühjahr und Herbst kommen durchschnittlich ca. 16.000 Besucher. 1
Entwicklung der Mimuse
Die Veranstaltungsreihe mit den Schwerpunkten Kabarett, Musik, Comedy und Varietè, die bis heute Bestand hat, wurde im Jahr 1981 von Udo Püschel, seinerzeit Bauingenieur im Langenhagener Stadtplanungsamt, ins Leben gerufen, nachdem der Rat der Stadt Langenhagen dafür im Rahmen der Kulturförderung 13.000 DM für ein alternatives Straßentheater-Festival im Haushalt bereitgestellt hatte. 1
Im Schul- und Kulturamt der Stadt gab es dafür allerdings kein Personal. Daher wurde Püschel mit der Planung und Durchführung der Mimuse beauftragt und dafür von seinen Bebauungsplänen freigestellt. Püschel war Vorsitzender des Stadtjugendringes und hatte mit der von ihm gegründeten Arbeitsgruppe Klangbüchse bereits Erfahrung in der Organisation von Folklore-Festivals. Außerdem hatte er 1979 aus Anlass des 20-jährigen Stadtjubiläums und im Auftrag des damaligen Stadtdirektors Karl-Heinz Brandt, zusammen mit dem Stadtsprecher Ernst-August Nebig das erste Stadtfest im Langenhagener Flughafen gestaltet. 1
Entstehung und Charakter des Festivals
So wie die Folklore-Festivals organisierte Udo Püschel mit den Mitgliedern der Klangbüchse auch das erste Langenhagener Kleinkunstfestival, das er „MIMUSE“ nannte, benannt nach der Figur des Komödianten Mimos (griechisch) oder Mimus (lateinisch) im Theater der griechischen und römischen Antike, der das ernste Spiel der Dramen amüsant und satirisch kommentieren und dabei durchaus auch Seitenhiebe auf die Obrigkeiten austeilen durfte. 1
Das Programm bestand, angelehnt an das bewährte Muster der bereits erfolgreichen Folkfestivals, aus drei Hauptveranstaltungen, begleitet von Workshops der teilnehmenden Künstler und repräsentierte einen kleinen Querschnitt durch die alternative Kleinkunstszene jener Tage. Unter anderem mit dabei ein im Norden noch unbekannter, junger Kabarettist aus Stuttgart namens Mathias Richling. Anfangs war der Etat klein und große Namen damit außer Reichweite; also machte Püschel aus der Not eine Tugend und verkündete: „Wir zeigen Ihnen die Künstler, die in drei Jahren berühmt sein werden“. Damit war die Mimuseauch ein Festival für erfolgversprechende Newcomer, was nicht mit Anfänger zu verwechseln ist, denn mitunter sind die Künstler in ihrer Heimat bereits sehr erfolgreich, über ihre originäre Region hinaus dagegen aber noch unbekannt. 1
Beispiele hierfür sind 1983 Gerhard Polt und die Biermösl Blosn, Richard Rogler, Mathias Richling, Konrad Beikircher oder Gerd Dudenhöffer oder 1986 Matthias Deutschmann oder auch Nickelodeon, für letztere war es 1987 ihre Deutschlandpremiere. Da die Qualität aus Püschels Sicht immer mit der Elle der Großstadt Hannover gemessen wurde, wuchs im Laufe der Zeit auch der Anspruch, denn für die meisten Hannoveraner war es zunächst ungewöhnlich, zu kulturellen Veranstaltungen nach Langenhagen zu fahren. 1
Die Mimuse aus der Sicht der Presse
Schon früh wurde die Presse auf das Langenhagener Kleinkunstfestival aufmerksam: Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) titelte nach der dritten Ausgabe „Mekka der Kleinkunst“ und die Neue Presse schrieb 1986, mit der Mimuse habe Langenhagen „ein Kleinkunstfestival auf die Beine gestellte, dass erst beim Amsterdamer oder Londoner Fools-Festival wieder seinesgleichen findet.“ Matthias Brodowy, Inhaber des Kabarettpreises „Das schwarze Schaf“ und des Deutschen Kleinkunstpreises Kabarett, der wie so manch anderer, heute fernsehbekannte Kollege, seine Karriere als Kabarettist auch im Langenhagener daunstärs begann, sprach in diesem Zusammenhang von Langenhagen als „dem humoristischen Epizentrum Niedersachsens“. 1
Künstler bei der Mimuse: Bekannte Namen und erfolgreiche Newcomer
Im August 2010 ging das 30-jährige Mimuse-Jubiläum mit einem internationalen Dinner-Spektakel, ähnlich wie im Jahr 1991, in einem historischen Spiegelzelt mit Kabarett, Zauberei, Comedy und Artistik über die Bühne. 1
In den folgenden zehn Jahren standen bei der MIMUSE viele alte Bekannte wie Heinrich Pachl, Erwin Grosche oder Thomas Freitag, aber auch Hannes Wader, Götz Alsmann oder Chris Barber auf der Bühne, aber auch Neuentdeckungen wie das Trio Wildes Holz, das die Blockflöte aus ihrer angestaubten Ecke holte und ihr mit Folk, Klassik und Rock`n Roll à la AC/DC zu ganz neuen Höhenflügen verhalf. Oder der Österreicher Stefan Waghubinger, 2012 Gewinner des „Schwarzen Schafs vom Niederrhein“ der „österreichisches Jammern und Nörgeln mit deutscher Gründlichkeit“ betreibt. Nicht zu vergessen das Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“, junge Kleinkunst mit Wiebke Eymess und Friedolin Müller. Ein Wiedersehen gab es 2012 mit Hans Scheibner, der als Liedermacher bereits 1979 beim 2. Klangbüchsen-Folkfestival mit dabei war und seitdem etliche Male, besonders in den achtziger Jahren zu Gast in Langenhagen war. Hagen Rether füllte mittlerweile den Theatersaal, der für Bodo Wartke dagegen schon zu klein geworden war und der deshalb von der MIMUSE im großen Theater am Aegi in Hannover präsentiert wird. Zurück zu den Wurzeln ging es nicht ganz freiwillig, sondern eher dem Umstand geschuldet, dass der Theatersaal im Jahr 2015 von Grund auf saniert werden sollte. Dem damaligen Programmchef der Mimuse, Franz Gottwald und dem Team der Klangbüchse gelang es, als Ausweichstätte die Aula des Schulzentrums zu nutzen, dem Ort, an dem im Juni 1981 die allererste Mimuse über die Bühne ging. 1
Mimuse Open Air, ein Kulturzelt und Corona
Die Folgen der Coronapandemie, die im Frühjahr 2020 in Europa ihren Anfang nahm, waren erheblich und brachten fast das gesamte öffentliche Leben praktisch zum Erliegen, mit dramatischen Auswirkungen nicht nur auf den Kulturbetrieb. Das erste Jahr der Pandemie war geprägt von teils drastischen Zugangs- und Kontaktbeschränkungen und einem in der Folge fast völligen Zusammenbruchs der Kulturszene. Und wenn doch einmal gespielt werden durfte, dann nur unter strengen Auflagen und mit sehr detaillierten Hygienekonzepten, deren Umsetzung einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand zur Folge hatte. Und dies bei coronabedingt drastisch reduzierten Zuschauerzahlen. 1
Um weiterhin ein kulturelles Angebot anzubieten und für die Langenhagener Bevölkerung sichtbar zu sein, ging die Mimuseim Sommer 2021, inzwischen unter neuer Leitung von Inga Herrmann nach draußen an die frische Luft. Auf dem Gelände des Jugendtreffs im Stadtteil Wiesenau ging an zwei Tagen im Juli das „MIMUSE-Open Air“ über die Bühne. Zwei weitere, diesmal Umsonst & Draußen-Abende im Juli, fanden im Innenhof des Langenhagener Rathauses statt. 1
The text above is adapted from the Wikipedia article “Mimuse”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1
Mimuse is Cabaret festival in Germany, according to the structured record cited below. This entry was generated automatically from that record and has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2
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