The tradition & historical record
5 min read · 2 sourcesEine Alm (bairisch), Alp, Alpe oder Alb (alemannisch) ist das Sömmerungsgebiet – die während der Sommermonate benutzten Bergweiden, Wirtschaftsgebäude und sonstige Infrastruktur mit eingeschlossen – als Flurform. Daneben bezeichnet bairisch Alm (alemannisch aber Matte) die zum Weiden und Heuen genutzten Bergweiden und -wiesen als Vegetationsgesellschaft (in der Bergwaldstufe durch Rodung angelegt, in der subalpinen Vegetationsstufe durch Rodung und Viehverbiss, in der baumfreien Alpinstufe als pastorale Naturweide). Im Zuge des Rückgangs der Almwirtschaft und einer stärkeren touristischen Nutzung wird als „Alm“ oder „Alp“ oft nur das Gebäude, die Almhütte bzw. Alphütte oder der Bergweidhof, wahrgenommen. Im weiteren Sinne bezeichnet Almwirtschaft oder Alpbetrieb sowohl die Sennerei (auch Senntum, alpine Milchwirtschaft), Bergweidewirtschaft (die sommerliche Viehwirtschaft, Sennwirtschaft beim Rind und Transhumanz von Pferd, Ziege, Schaf) als auch Acker- und Feldbau der Bergräume (Berglandwirtschaft als Ganzes). Die Almwirtschaft ist als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ anerkannt. 1
Wortherkunft
Das Wort Alm ist die verschliffene Form von mittelhochdeutsch alben, dem ursprünglichen Dativ Singular des Wortes albe, dessen Nominativform als Alp(e) (mittelhochdeutsch alpe) in den alemannischen Dialekten weiterlebt und sich auch in den Namen der Alpen, der Schwäbischen Alb und Fränkischen Alb findet. Alb(e), Alp(e) geht auf ein vorindogermanisches Wort zurück, als dessen Bedeutung „(hoher) Berg“ vermutet wird. Die spätere Wortentwicklung wurde womöglich durch eine Anlehnung an lateinisch alba „weiß“ beeinflusst. In Bayern (ausgenommen Allgäu) und Österreich (ausgenommen Vorarlberg und westliches Tirol, bis etwa Imst und Pitztal) ist Alp nicht gebräuchlich, dort wird Alm benutzt. Davon abgeleitet sind die geographischen Bezeichnungen von Fluren, Tälern, Pässen und Gebirgen (meist im Plural). Im Südostalpenraum findet sich Alm für die Einrichtung nicht mehr in der Regionalsprache, dort steht Schwaig(e) (zu mittelhochdeutsch sweige „Sennerei“) für den milchverarbeitenden Almbetrieb (Schwaighof, bzw. dessen Melkalm), Ortsnamen der Form finden sich aber auch dort. Wird Alm mit Allmende in Beziehung gebracht, bezieht sich das auf eine regional verbreitete gemeinschaftliche Bewirtschaftungsform, ein etymologischer Zusammenhang besteht nicht. 1
Geschichte
Archäologische Forschungen der ANISA weisen auf dem Dachsteingebirge (Österreich) eine bronzezeitliche Almwirtschaft von 1700 bis 900 v. Chr. nach. Eine Reihe von Radiokohlenstoff- und AMS-Datierungen belegen dieses Alter. Diese Almen wurden auf Urwiesen in Gruben mit eigenem Kleinklima und über der Waldgrenze zwischen 1.500 Meter und 2.100 Meter gegründet. Die Hüttenreste erkennt man zum Teil noch an den Steinkränzen, die als Fundamente für Blockbauten dienten. Bisher konnten 28 Almen aus dieser Zeit nachgewiesen werden. Diese Almen dienten der Nahrungsversorgung des bronzezeitlichen Salzbergbaues in Hallstatt. Ohne Almwirtschaft wäre der expandierende Bergbau nicht möglich gewesen. Dies gilt für alle prähistorischen Bergbaugebiete in den Alpen. 1
Aus der antiken Literatur ist die Existenz römerzeitlicher Almwirtschaft bekannt. Auch aus dieser Zeit konnten mehrere Almen auf dem Dachsteingebirge und den Steiner Alpen in Slowenien archäologisch erforscht werden. Eine nennenswerte inneralpine Besiedlung ab dem Neolithikum bis zu den wirtschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts hätte ohne Almwirtschaft nicht stattgefunden. „Die Almwirtschaft entlastete die Talweiden und ermöglichte eine Vorratswirtschaft für den Winter“. Als Folge des Strukturwandels in der Landwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Almen aufgegeben und verbuschten vor allem in Grenzertragslagen. Ein Gegentrend ist auszumachen in vielfältigen Bemühungen, Almen wieder zu aktivieren. 1
Almwirtschaft
Die Almwirtschaft (auch Alp-, Hoch- oder Bergweidewirtschaft) prägt das Landschaftsbild großer Teile der Hochgebirge in Europa, der Alpen, Karpaten und Pyrenäen, sowie des Skandinavischen Gebirges. Die nordischen Almen werden zumeist als Seter bezeichnet, wurden jedoch fast alle aufgegeben. Der überwiegende Teil der Nordalpen und westlichen französischen Pyrenäen wäre ohne Almwirtschaft bis auf ca. 1.500 Meter durchgehend bewaldet. Das Weidevieh hält die Almflächen waldfrei und fördert damit Pflanzengesellschaften, die ansonsten nur auf Sonderstandorten wie Felsköpfen, flachgründigen Humusauflagen oder in Lawinenstrichen sowie in der alpinen Höhenstufe vorkommen. Historisch kam die Almwirtschaft auch in Mittelgebirgen wie im Riesengebirge, im Schwarzwald oder in den Vogesen vor. Im Ostalpenraum war historisch die Form der Schwaighofwirtschaft in der montanen Höhenstufe besonders stark verbreitet. Nach dem Alpaufzug in der Sommersaison wird von zusätzlich angestellten Hirten Weidewirtschaft betrieben. Im Herbst erfolgt der Abtrieb ins Tal, wo das Vieh den Winter zumeist in Stallungen verbringt. Während der Almwirtschaft muss im Sommer für das Winterfutter gesorgt werden. Wurden in der Vergangenheit Almen mit dem Hochgebirge angepassten Rindersorten bewirtschaftet, sind es heute Hochleistungszuchtformen. Diese sind wesentlich schwerer als ihre Vorgänger, so dass sie die Bodendecke stärker stören. Die traditionellen Viehgangeln, horizontale Pfadspuren am Hang, werden tiefer ausgetreten und können daher leichter aufreißen, was zur Bodenerosion führt. Der Viehbesatz einer Alm/Alp wird als Bestoßung bezeichnet, und in Stößen angegeben. An vielen Orten ist die höchstzulässige Bestoßung einer Alm vorgeschrieben. Die Almweiden im Bayerischen Wald heißen Schachten. 1
Einordnung in den Formen der Viehwirtschaft
Die Almwirtschaft – genauer: die Phase des sommerlichen Weideganges (Sömmerung) – gehört zur extensiven Tierhaltung, da die kargen Böden der Hochgebirge nur eine Landnutzung mit geringem Viehbesatz von 50 bis 80 Großvieheinheiten auf 100 ha zulassen. Da Almen überwiegend anthropogen geschaffenes Grünland sind, handelt es sich nicht um eine Form der Naturweidewirtschaft (Pastoralismus), sondern überdies um extensive Grünlandwirtschaft. 1
Almwirtschaft als Fern- oder Wanderweidewirtschaft?
Strittig ist die Zuordnung zu den Formen der Fernweidewirtschaft. Die Sommerweiden liegen zwar auf einer anderen Höhenstufe, ansonsten aber überwiegend nicht allzu weit vom Heimathof entfernt, so dass der Almbetrieb zumeist nicht als Fernweidewirtschaft angesehen wird. Die Almwirtschaft wird in der Regel nicht als eine Form der Transhumanz – der „saisonalen Wanderweidewirtschaft“ – betrachtet, obwohl auf Englisch und in den romanischen Sprachen eine Zuordnung als alpine transhumance vorgenommen wird. Abgesehen von den zurückgelegten Entfernungen können bei der echten Wanderweidewirtschaft sowohl die Sommer- als auch die Winterweiden nur extensiv bewirtschaftet werden und der regelmäßige Weidewechsel macht die Viehwirtschaft in diesen Gebieten überhaupt erst möglich. Die Almwirtschaft dient demgegenüber überwiegend zur Erweiterung der genutzten Flächen und erlaubt dem Bauern auf diese Weise, mehr Vieh zu halten. 1
The text above is adapted from the Wikipedia article “Alm (Bergweide)”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1
mountain farming is Economic concept and intangible cultural heritage, according to the structured record cited below. This entry was generated automatically from that record and has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2
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