The tradition & historical record
2 min read · 2 sourcesAls recusatio imperii (Zurückweisung der Herrschaft) bezeichnet man den Vorgang, wenn eine Person, der die Herrschaft angeboten wird, sich demonstrativ weigert, diese zu übernehmen. Insbesondere im römischen und chinesischen Kaisertum war diese Praxis weit verbreitet. Zu einer recusatio kann es grundsätzlich nur dann kommen, wenn die Nachfolge in einer Alleinherrschaft nicht automatisiert ist, etwa durch Primogenitur, sondern durch Wahl bzw. Akklamation erfolgen muss. Grundsätzlich kann dabei zwischen „gelungener“ und „gescheiterter“ recusatio unterschieden werden: Im ersten Fall bleibt der Kandidat bei seiner Weigerung, im zweiten gibt er nach und wird Herrscher. Insbesondere aus dem Imperium Romanum sind viele Fälle bekannt, in denen einem General oder Politiker das Kaisertum angetragen wurde, teils angeblich sogar unter massiver Gewaltandrohung, ohne dass dieser dem Drängen nachgab. Es ist allerdings kein Beispiel überliefert, in dem der unwillige Kandidat daraufhin tatsächlich verletzt oder getötet wurde. Dies wiederum legt den Schluss nahe, dass es sich (auch) in den Fällen, in denen sich Männer vorgeblich dazu drängen ließen, den Purpur anzunehmen, um eine bloße Inszenierung bzw. ein politisches Ritual handelte: Offensichtlich konnte man in Wahrheit nicht gezwungen werden, sich zum Kaiser machen zu lassen. 1
Literatur
Jean Béranger: Le refus du pouvoir. In: Museum Helveticum, Band 5, 1948, S. 178–196, ISSN 0027-4054 (doi:10.5169/seals-7294). Ulrich Huttner: Recusatio Imperii. Ein politisches Ritual zwischen Ethik und Taktik (= Spudasmata, 93). Olms, Hildesheim 2004, ISBN 3-487-12563-3 (zugl. Habilitationsschrift, Universität Leipzig 2001). Martijn Icks: Great Pretenders. Elevations of ‘Good’ Usurpers in Roman Historiography. In: Henning Börm, Marco Mattheis, Johannes Wienand (Hrsg.): Civil War in Ancient Greece and Rome. Contexts of disintegration and reintegration (= Heidelberger althistorische Beiträge und epigraphische Studien, 59). Steiner, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-515-11224-6, Seite 303 ff. Hans van Ess: Chinesisches Kaisertum. In: Hartmut Leppin, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Kaisertum im ersten Jahrtausend. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2509-8, Seite 173 ff. 1
The text above is adapted from the Wikipedia article “Recusatio imperii”, available under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 licence. 1
rejection of rule is process when a person to whom rule is offered demonstratively refuses to take it over, at least initially, according to the structured record cited below. This entry was generated automatically from that record and has not yet been reviewed by a person familiar with the tradition. 2
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